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Die Europäer - genauer Frankreich und Großbritannien - spinnen jetzt völlig: Sie haben vorgeschlagen, die EU könnte die Schiffe kontrollieren, die nach Gaza wollen, und damit den Waffenschmuggel unterbinden - wenn Israel im Gegenzug die Blockade beendet.
Die EU und Waffenschmuggel an Israels Feinde unterbinden... Das ist ja wohl lächerlich.
Na ja, wenn die EU sich nützlich machen will, kann sie ja damit beginnen, daß erstens Gilad Schalit - dessen Entführung sich am 25. Juni 2010 bereits zum vierten Mal jährt - endlich freikommt (oder wenigstens vom Roten Kreuz besucht werden kann, oder wenigstens einen Brief seiner Eltern erhalten kann, was sowohl die Hamas bisher verhuindert als auch die ach so humanitäre "Hilfsflotte" für völlig abwegig hält und die Bitte der Eltern abgeschlagen hat, obwohl diese sich für die "Hilfsflotte" einsetzen wollte) und zweitens der Raketenbeschuß aus dem Gaza-Streifen endet.
Schon dann wäre Israel ja mit einiger Wahrscheinlichkeit bereit, die Gaza-Blockade zu lockern oder sogar beenden, die ohnehin nur bedeutet, daß bestimmte Güter nicht in den Gaza-Streifen kommen, die von der Hamas dazu benutzt werden können, den Terror gegen Israel auszuweiten. Lebensmittel, Benzin, Hygieneartikel, Medikamente, ja selbst Genußmittel und Luxusgüter usw. gibt es im Gazastreifen in mehr oder weniger ausreichenden Mengen (und anders als auf den "Hilfsschiffen" sind etwa die Medikamente, die Israel ins Land läßt, nicht abgelaufen). Kein Vergleich zu den Lagern und Ghettos der Nazis, die so gerne als Vergleich herangezogen werden. Gemessen daran, wie die Hamas Abweichler und Christen und jüdische Geiseln behandelt, leben die Gazäer trotz israelischer Blockade wirklich vergleichsweise gut.
Ein echtes Problem sind Baumaterialien wie etwa Beton und Glas. Aber auch der Gazäer auf der Straße sagt dazu Berichten zufolge: "Das würde sich ohnehin nur die Hamas unter den Nagel reißen".
Drittens könnte man dafür sorgen, daß die Terror-Organisation Hamas durch eine demokratische, die Menschenrechte achtende Regierung ersetzt wird.
Zuviel verlangt wäre es freilich, wenn sich die EU viertens für die Christen im Gazastreifen einsetzen und deren Schutz garantieren würde. Allerdings ist Europa bekanntlich kein "Christenclub", und nur ein toter arabischer Christ ist ein guter arabischer Christ, weil man nämlich die israelische Besatzung für die Benachteiligung, Diskriminierung, Verfolgung und Ermordnung arabischer Christen verantwortlich machen kann (bei Bedarf auch die amerikanische Politik, aber das ist nur zweite Wahl, vor allem, seitdem Bush nicht mehr präsidiert).
Die EU könnte sicherlich viel für den Gazastreifen tun. Aber ein wirkliches Interesse, die Lebensbesdingungen der Menschen im Gazastreifen zu verbessern, fehlt. Denn das hätte man längst tun können. Aber der EU geht es einerseits um eine konsequente "israelkritische" Politik, andererseits um das eigene Ansehen in der islamischen Welt, um "Eurabia". Die Gazäer sind da allenfalls Schachfiguren, nichts anderes als Bauern auf dem Spielfeld. Und bei diesem Spiel mischen die Deutschen, die Franzosen und die Briten ganz vorne mit.
Wie dem auch asei, vielleicht sollte die EU aber auch erst einmal beginnen, sich der wirklich großen humanitären Katastrophen in der Welt anzunehmen und Israel wie ein ganz normales Land zu behandeln (statt dieser "in der Geschichte begründeten Sonderbehandlung", nach der Israel aus dem Holocaust mehr hätte lernen müssen) und den Nahostkonflikt so, wie er sich von den Größenverhältnissen her und von der wirklichen Lage der Menschen dort darstellt - und nicht, wie die gefühlte oder in Benzinpreisen und Fahnenverbrennungen abzulesende Situation ist.
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