|
Wie man Photoshop Elements eine sehr einfache HDR-Funktion verpaßt...
Gut - normalerweise verwende ich Photomatix Pro, um HDR-Bilder zu erstellen. Photoshop Elements besitzt selbst keine Funktion, um HDR-Bilder zu entwickeln.
Wer kein Photomatix besitzt, kann den folgenden Weg ausprobieren.
Benötigt werden Adobe Photoshop Elements 6 oder 7, dazu das passende Elements+ (für das "kleine PS" ohnehin unentbehrlich) und zwei unterschiedlich (hell und dunkel) belichtete Bilder des Motivs. Um die aufzunehmen, verwende man ein Stativ und möglichst auch einen Draht- oder Fernauslöser und passe die Belichtungszeit (und nicht etwa die Blende - das würde die Schärfentiefe beeinflussen) so an, daß ein unter- und ein überbelichtetes Bild aufgenommen werden. Falls die Kamera eine AEB-Funktion bietet, nutze man diese. Wenn die Kamera im RAW-Format aufnimmt, kann man auch aus einem einzelnen RAW-Bild ein zu helles und ein zu dunkles Bild erzeugen.
Auf jeden Fall sollte man auf dem dunklen Bild die Lichter des Motivs und auf dem hellen Bild die Schatten des Motivs gut erkennen können - möglichst ohne Bildrauschen.
Nun lade man beide Bilder in Photoshop Elements.
Das unterbelichtete Bild wird die Basis für das HDR-Bild. Man wandle den Hintergrund in eine Ebene um und nenne diese "Dunkel".
Im überbelichteten Bild wählt man alles aus und kopiert es in die Zwischenablage.
Im unterbelichteten Bild erstellt man eine neue leere Ebene, in die man das Bild aus der Zwischenablage einfügt. Diese Ebene nenne man "Hell".
Anschließend sollte die dunkle Ebene unten, die helle oben liegen. Bitte die obere Ebene "Hell" ausblenden.
Nun dupliziere man die untere Ebene "Dunkel", invertiere das Duplikat mit "Filter - Anpassungsfilter - Umkehren" und wende den Gaußschen Weichzeichner mit einem Radius von etwa 35-45 Pixeln darauf an (beim Radius muß man eventuell etwas experimentieren). Diese Ebene nenne man "Muster", weil man nämlich nun (Menü "Bearbeiten") aus dieser Ebene ein Muster festlegt. Es ist nicht nötig, diesem Muster einen bestimmten Namen zu geben, seine Lebenszeit währt eh nur ein paar Minuten.
Nun bitte die Ebene "Muster" aus- und die obere Ebene "Hell" wieder einblenden.
Der nächste Schritt benötigt Elements+: Für die obere Ebene "Hell" wird eine Ebenenmaske angelegt (z.B. "Reveal All"). Diese wird dann aktiviert.
Die Ebenenmaske wird nun mit dem eben erzeugten Muster gefüllt (Menü "Bearbeiten - Ebene füllen").
Das Muster - bzw. das ihm zugrunde liegende dunkle, invertierte Bild - sorgt nun in der Ebenenmaske dafür, daß auf der hellen Ebene alles maskiert wird, was da nichts zu suchen hat, so daß die untere, dunkle Ebene an den richtigen Stellen durchscheinen kann. So werden beide Ebenen zu einem einfachen HDR-Bild vermischt.
Falls nötig, kann man die Ebene "Dunkel" mit dem Werkzeug "Curves" aus Elements+ aufhellen. Außerdem kann man mit weißer oder schwarzer Farbe auf der Ebenenmaske malen, um die Maskierung zu korrigieren (weiß hellt das Ergebnis auf, schwarz dunkelt es ab).
Man lösche nun die Ebene "Muster" und auch das Muster selbst (Menü "Bearbeiten - Vorgaben-Manager"). Der Umweg über diese Ebene und das Muster ist übrigens notwendig, weil man leider in Photoshop Elements kein Bild in eine Ebenenmaske kopieren kann. Das Füllen der Ebenenmaske mit einem Muster ist aber möglich und kommt also hier zum Einsatz.
Zum Schluß noch alle Ebenen auf eine reduzieren und das Bild unbedingt nachschärfen, und das Poor Man's HDR ist fertig. Wer aber nicht nur mit HDR spielen will, sollte sich einmal das oben erwähnte Photomatix Pro oder ein anderes HDR-Tool anschauen.
Hinweis: Wer Elements+ nicht besitzt, kann zum Erstellen einer Ebenenmaske auch auf das Free Layer Mask Tool benutzen. Damit kommt man ebenfalls zum Ziel. Aber Elements+ ist eine so mächtige Werkzeugsammlung für Elements, das man die paar Euro investieren sollte.
Beispiele:
Unbearbeitetes Bild (Klosterruine Allerheiligen im Schwarzwald)
Bearbeitetes Bild
Unbearbeitetes Bild (Bei den Allerheiligen-Wasserfällen im Schwarzwald)
Bearbeitetes Bild
Hinweis:
Ab Version 8, die 2009 erschienen ist, unterstützt Photoshop Elements nun auch von Haus aus HDR-Bearbeitungen ("Photomerge Belichtung").
|
Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß Ihr Kommentar erst vom Webmaster freigeschaltet werden muß, um unerwünschte Werbung zu verhindern. Die Freischaltung erfolgt so schnell wie möglich.