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Nachdem Grafikspezialist Corel die Bildbearbeitungssoftware Bibble übernommen hatte, wurde aus Bibble 5 AfterShot Pro - eine Software, um Digitalaufnahmen zu verwalten und zu bearbeiten, wobei RAW-Aufnahmen, also digitale Negative, im Mittelpunkt stehen.
Derzeit teste ich AfterShot Pro unter Ubuntu Linux - wo es bisher sehr stabil läuft. Das ist auch schon der erste Unterschied zu Bibble; denn den zu testen habe ich seinerzeit früh abgebrochen, weil mir die Software ständig abgestürzt war.
Die neue Stabilität der Software soll, so hört man, darauf zurückzuführen sein, daß Corel einige Funktionen gestrichen hat.
Das Bild oben - ein Japanmakak aus der Stuttgarter Wilhelma - ist eines der ersten Testbilder, das ich mit AfterShot Pro entwickelt habe ( hier eine frühere Bearbeitung mit digiKam). Weitere Beispiele habe ich in meinem Flickr-Fotostream.
Die Software läßt sich zum Teil intuitiv bedienen, manche Funktion aber erscheint mir dann doch etwas weniger einleuchtend. Zum Glück gibt es eine gute Hilfefunktion, die sich im Web-Browser öffnet.
Als RAW-Konverter bietet AfterShot Pro sehr viele Funktionen - für die anschließende Bildbearbeitung ist das Angebot an Funktionen dann nicht ganz so groß. Man kann eine externe Bildbearbeitung wie z.B. den GIMP einbinden, um Bilder zu bearbeiten. Diese Bilder werden als TIFF-Dateien abgespeichert und dann in der externen Bildbearbeitung geöffnet.
Für die Bilderverwaltung bietet AfterShot Pro beispielsweise an, Schlagworte zu vergeben - eine der Funktionen, die man sich auf jeden Fall im Handbuch erarbeiten sollte. Ich habe sie bisher noch nicht vollständig erforscht und werde aber auch nicht so recht warm damit.
Funktionen, die mir in AfterShot Pro fehlen, sind beispielsweise:
- Eine Möglichkeit, GPS-Daten mit den Bildern zu verbinden
- Eine Möglichkeit, TIFF-Dateien mit 16 Bit Farbtiefe im DNG-Format zu öffnen
- Eine Möglichkeit, Bilder in Online-Galerien wie z.B. Flickr zu exportieren
Das sind durchaus private Anmerkungen - ich führe bei meinen Foto-Touren nun einmal einen GPS-Logger mit, mit dessen Hilfe ich dann einen Datentrack habe, der mit den Bildern zusammengeführt werden muß. Ich scanne meine Fotonegative mit VueScan Professional eben im TIFF-DNG-Format. Ich lade meine Bilder zu Flickr hoch. Alles Dinge, die ich ohne größere Verrenkungen in meiner Foto-Software erledigen möchte.
Die Bilder, sdie ich mit AfterShot Pro entwickle, geraten mir bisher durchweg heller als etwa mit Hilfe von digiKam oder dem GIMP entwickelte Fotos. Mit dem Ergebnis bin ich nicht unbedingt zufrieden, aber das dürfte Geschmackssache sein.
Positiv ist zweifellos die Integration des Entrauschungswerkzeugs Noise Ninja als Lite-Version. Wer eine Lizenz für Noise Ninja besitzt, kann damit eine bessere Unterstützung in AfterShot Pro freischalten, was sich durchaus lohnt.
Positiv ist auch die Möglichkeit, AfterShot Pro um Plugins zu ergänzen, die sich dann nahtlos in das Programm einfügen.
Und vor allem sei die recht hohe Geschwindigkeit des RAW-Konverters positiv vermerkt. Offenbar nutzt AfterShot Pro alle CPU-Kerne.
Im Vergleich zum kostenlosen digiKam, das ich sonst für die Bilderverwaltung, RAW-Entwicklung und Bildbearbeitung verwende, ist der RAW-Konverter von AfterShot Pro vielseitiger, zumal ich Noise Ninja hier innerhalb der Software verwenden kann. Plugins unterstützt digiKam allerdings ebenfalls, wenn dies dort auch anders gelöst ist.
Doch im Großen und Ganzen gefällt mir digiKam bisher besser als AfterShot Pro:
- Die Bilderverwaltung ist m.E. besser gelöst
- Die Bildbearbeitung ist etwas umfangreicher
- GPS-Daten lassen sich in die Bilder einpflegen
- TIFF-Dateien im DNG-Format lassen sich öffnen
- Bilder können mit verschiedenen externen Programmen geöffnet werden, wenn man die interne Bildbearbeitung nicht nutzen möchte
- Bilder können in verschiedene Online-Galerien exportiert werden
Ich werde AfterShot Pro sicherlich noch bis zum Ende der 30-tägigen Testphase ausprobieren - aber ich schätze, letzten Endes werde ich dann doch bei digiKam bleiben.
Nachteile von digiKam:
- Keine Integration von Noise Ninja
- Plugins lassen sich nicht so leicht installieren
- Der RAW-Konverter unterstützt bei weitem nicht so viele Funktionen wie AfterShot Pro
- Ebenen werden nicht unterstützt
Dafür aber ist digiKam kostenlose und freie Software, sicherlich der größte Vorteil gerade auch im Vergelich mit dem kommerziellen und nicht quelloffenen AfterShot Pro.
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