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Als kurz vor einem wichtigen Fototermin unser Canon EF 50mm f/1.4 USM aufgrund eines defekten Autofokus zur Reparatur mußte, haben wir uns als Ersatz das Canon EF-S 60mm f/2.8 USM Macro angeschafft - eine Investitition, die wir nicht bereuen.
Kaufentscheidend war nicht nur die ähnliche Brennweite, sondern auch die Erweiterung unseres Makro-Fuhrparks. Unser 100er ist da manchmal etwas lang (an APS-C immerhin rund 160 mm).
Wer glaubt, daß Canon mit dem Anschluß "EF-S" nur einfache, billige Objektive von eher einfacher Qualität fertigt, wird von dem 60er Macro positiv überrascht sein.
Der Unterschied zu den EF-Objektiven besteht darin, daß EF-S-Scherben nicht an Vollformatkameras verwendet werden können, sondern nur an Kameras mit APS-C-Sensor. Wer also auf eine EOS 5D oder 1D umsteigen will, wird dann seine EF-S-Objektive nicht mehr verwenden können. Sie können nur an den zwei- bis vierstelligen EOSen und an der 7D verwendet werden. Dafür können Sie kleiner, leichter und preiswerter gefertigt werden - ohne zwangsläufig an Qualität einzubüßen.
An einer APS-C-Kamera wie der Canon EOS 7D bietet das Objektiv eine beschnittene Brennweite von 96 mm - es handelt sich also faktisch um ein Teleobjektiv. Da das Objektiv keinen Bildstabilisator mitbringt, liegt die Schwelle, um aus der Hand verwacklungsfrei zu fotografieren, bei Belichtungszeiten von rund 1/100 Sek. Bei längeren Verschlußzeiten sollte man ein Stativ verwenden (bei Makros ohnehin Pflicht).
Das Objektiv bietet knackscharfe Bilder mit einem wunderschönen Hintergrund (Bokeh). Die bestmögliche Schärfe erreicht man bei Blenden zwischen 1:5.6 und 1:8 - aber auch bei Offenblende ist die Schärfe großartig. Chromatische Abberationen sind bei diesem Objektiv ebenso wenig anzutreffen wie eine Vignettierung.
Da es innenfokussiert ist, kann man auch einen Makro- bzw. Ringblitz wie z.B. den Metz mecablitz 15 MS-1 digital verwenden.
Der Autofokus funktioniert schnell und zuverlässig, zudem kann man dank USM jederzeit manuell fokussieren.
Für Portraits ist diese Linse hervorragend geeignet - und natürlich auch für Makroaufnahmen und als typisches Teleobjektiv.
Wer Portraits mit dieser Linse aufnimmt, wird feststellen, daß jede Hautunreinheit gnadenlos festgehalten wird - hier sollte man also ein wenig nachbearbeiten.
Im Vergleich mit dem Canon EF 50mm f/1.4 USM muß sich das 60er Macro nicht verstecken - die Bildqualität ist wenigstens ebenbürtig. Es hat nicht ganz die Lichtstärke des 50/1.4 und bietet damit auch nicht ganz so viel Spielraum bei der Ausgestaltung der Schärfentiefe. Aber auch mit einer Offenblende von 1:2.8 lassen sich tolle Freistellungen erzielen.
Das enzige Manko an diesem Objektiv ist die fehlende Streulichtblende - eine durchaus sinnvolle Ergänzung zu allen Objektiven, und sei es nur, um Beschädigungen der Frontlinse zu vermeiden. Andere Hersteller statten ihre Objektive besser aus, etwa mit Streulichtblende und Objektivköcher - bei Canon geht man leer aus, wenn es sich nicht um L-Objektive handelt (und auch bei einem EF 70-200mm f/4 L IS USM ist der mitgelieferte Köcher - ein einfaqcher Stoffbeutel - eher ein Witz). Das Sigma 30mm F1.4 EX HSM etwa kommt mit einer guten Streulichtblende und einem hochwertigen Köcher.
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