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Schon im vergangenen Jahr - da allerdings im März - gab es einen "Internationalen Niqab-Tag"; dieses Jahr findet er am 1. September statt.
Der "Internationale Niqab-Tag" ist eine Initiative für Religionsfreiheit und wendet sich gegen bestehende oder drohende Burkaverbote, gegen Diskriminierungen und Ausgrenzungen und nicht zuletzt auch gegen Schuldzuweisungen an sich verschleiernde Muslimas ("wer sich verschleiert ist selbst schuld, wenn er verbal oder tätlich angegriffen oder ausgegrenzt wird, weil es sich ja um eine Provokation handelt").
Im Hinblick auf diese Schuldzuweisungen weist der "Internationale Niqab-Tag" durchaus Berührungspunkte mit den so genannten Slutwalks auf: Jeder soll die Kleidung tragen können, die sie oder er tragen möchte, ohne Verbote, Übergriffe oder Schuldzuweisungen fürchten zu müssen.
Am "Internationalen Niqab-Tag" teilzunehmen bedeutet, daß eine Frau an diesem 1. September etwa verschleiert zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen geht, sich dabei fotografieren läßt und das Bild beispielsweise bei Facebook oder anderswo hochlädt.
Im Mittelpunkt des "Internationalen Niqab-Tages" stehen in diesem Jahr besonders die aktuellen Burkaverbote in Frankreich und Belgien.
Schmähbegriffe internalisieren
Einen weiteren Berührungspunkt zu den Slutwalks gibt es dort wo Frauen die Deutungshoheit über Begriffe für sich einfordern - sei es über Begriffe wie "Schlampe" oder auch über Begriffe wie "Pinguin", "Schleiereule", "Stoffkäfighaltung" oder "schwarze bewegliche Objekte". Es ist wichtig, solche (Schmäh-) Begriffe nicht anderen zu überlassen, sondern den Haßpredigern zu entreißen.
Wirkliche Probleme nicht verschleiern
Und schließlich muß in beiden Fällen darauf hingewiesen werden, wo die eigentlichen, wirklichen Probleme liegen: Die Slutwalks weisen auf die Gefahren eines sexualisierenden Blickes auf das weibliche Geschlecht hin, der "Internationale Niqab-Tag" dementsprechend auf die Gefahren eines kriminalisierenden und/oder viktimisierenden Blickes auf verschleierte Frauen (Gleichsetzung von verschleierten Muslimas mit entweder Terroristinnen - also Täterinnen - oder aber Opfern von Unterdrückung).
Männer und der "Internationale Niqab-Tag"
Diese Aktion verträgt sich nicht mit irgendwelchen "Dress codes" oder Verboten - immerhin geht es hier um Toleranz und Freiheit und handelt es sich um einen Protest gegen Verbote und Diskriminierung -, darum sind Einschränkungen im Hinblick auf die Teilnehmer und deren Kleidung sicherlich kontraproduktiv.
Dennoch halte ich es nicht für sinnvoll, wenn Männer sich anläßlich dieser Initiative verschleiern - und darum möchte ich Männern empfehlen, den "Internationalen Niqab-Tag" bzw. die sich verschleiernden Frauen auf andere, geeignetere Weise zu unterstützen bzw. sich solidarisch zu zeigen.
Da gibt es dann doch sinnvolle Unterschiede zu den Slutwalks, bei denen Männer auch als "Sluts" mitmarschieren können.
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