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Nach Angaben der europäischen Polizeibehörde Europol wurden im vergangenen Jahr in Europa 249 Terroranschläge verübt.
In rechtspopulistischen und islamophoben Kreisen ist das Sprichwort verbreitet: "Nicht jeder Muslim ist ein Terrorist, aber jeder Terrorist ist ein Muslim". Was ist von diesem Sprichwort zu halten?
Im Hinblick auf Europa gar nichts: Gerade einmal drei der 249 verübten Terroranschläge hatten einen islamistischen Hintergrund, das entspricht 1,2 % (verübt in Dänemark und Schweden).
Die meisten Anschläge gingen auf das Konto separatistischer Terrororganisationen, nämlich 160 Anschläge (64,3 %, in Frankreich, Spanien und Italien). 45 Anschläge wurden von linksextremistischer Terroristen verübt (18,1 % in Griechenland, Italien und Spanien), 40 von nicht näher bezeichneten Attentätern (16,1 % in Großbritannien) und einer von einem Einzeltäter in Griechenland.
Den Linksextremisten fielen sechs Menschen zum Opfer, bei separatistischen und islamistischen Anschlägen starben jeweils ein Mensch, wobei im Falle des islamistischen Attentats der Tote der Terrorist selbst war.
Interessant ist freilich auch die Zahl der festgenommenen Terrorverdächtigen: Im Falle separatistischer Terroristen waren dies 349 Personen (57,1 %), im Falle islamistischer Terroristen 179 Personen (29,3 %), im Falle linksextremistischer Terroristen 34 Personen (5,6 %), im Falle rechtsextremistischer Terroristen eine Person (0,2 %), hinzu kommen 48 Personen, die nicht näher bezeichnet wurden (7,9 %).
Wenn also in Europa ein Terroranschlag geschieht, dann liegt die Wahrscheinlichkeit für einen islamistischen Hintergrund bezogen auf die Zahlen vom letzten Jahr bei 1:83. Die Wahrscheinlichkeit für einen linksextremistischen Hintergrund liegt bei bei 1:5,5 und die für einen separatistischen Hintergrund bei 1:1,6.
Allerdings sei auch der Hinweis erlaubt, daß im Jahr 2010 100 % aller in Skandinavien verübten Terroranschläge einen islamistischen Hintergrund hatten - und auch 90 % aller verhafteten Terrorverdächtigen.
Daß man also nach dem Doppelattentat von Oslo zuerst an einen islamistischen Hintergrund dachte, ist im Hinblick auf diese Zahl vielleicht nicht ganz so unverständlich.
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