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Osama bin Laden, mutmaßlicher Terrorist und Führer von al-Qaida, soll tot sein, wie man in den Medien liest.
Ein Grund zur Freude?
Nein - der Tod eines Menschen kann niemals Grund zur Freude sein. Besser als der Tod eines Menschen, selbst wenn dieser unsagbar Böses getan hat, ist seine Umkehr, seine Reue, seine Besserung. Und selbst wenn die nicht eintritt, ist und bleibt der Tod die schlechteste "Lösung" und kann niemals Grund zur Freude, zur Erleichterung, zum Aufatmen sein.
Hinzu kommt: Bin Laden ist nun jede Möglichkeit genommen, zum Glauben an Jesus Christus, den Sohn Gottes und Erretter aller verlorenen Menschen, zu kommen. Für einen Christen wäre das der einzige Grund zu wahrer Freude gewesen, sein Tod ist darum eher Grund zu Trauer - und hoffentlich Ansporn, den Menschen dieser Welt ein besseres Zeugnis von der wohlwollenden Liebe Gottes, der freundlichen Zuwendung Jesu Christi und der gemeinschaftsstiftenden Kraft des Heiligen Geistes zu sein.
Auch zu bedenken ist, auf welche Art und Weise die Amerikaner Osama bin Laden vom Leben zum Tod befördert haben - je mehr Einzelheiten über das "Kommandounternehmen" ans Licht kommen, um so mehr muß man sich fragen, wie das Vorgehen mit dem Völkerrecht und den Menschenrechten in Einklang gebracht werden kann - und nicht einfach nur eine gezielte Tötung, mithin einen Mord im Auftrag des Staates, darstellt. Ich sehe das sehr kritisch.
Eine gescheiterte Kommandoaktion mit dem ursprünglichen Ziel, Osama bin Laden festzunehmen und vor ein ordentliches internationales Gericht zu stellen, wäre eine Sache.
Aber ein Kommandounternehmen mit dem ausdrücklichen Ziel, Osama bin Laden zu töten, wäre eine ganz andere Sache - da hätten sich die USA selbst ins Abseits und auf eine Stufe mit Terrroristen gestellt.
[Update] Mittlerweile verdichten sich die Hinweise, daß die Navy Seals den Auftrag hatten, bin Laden gefangen zu nehmen - nach Möglichkeit lebend.
Einen Befehl zur Liquidation gab es wohl allenfalls als Alternative, falls die Festnahme scheitern sollte.
Natürlich ist auch ein "bringt ihn uns - tot oder lebendig" nicht unproblematisch - ganz im Gegenteil.
Bei einem Banküberfall oder einer Geiselnahme etwa kann man zum Schutz Dritter den "finalen Rettungsschuß" befehlen, wenn und solange die akute Gefahrensituation andauert; bei einer Festnahme läßt sich das nicht begründen.
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Kommentare
Ich denke aber nicht, daß man das eine mit dem anderen vergleichen kann. Darüber mag aber jeder selbst nachdenken.
Vor allem aber gilt: Bonhoeffer hätte sich nie gefreut oder auch nur Jubel hören wollen, wäre ein Attentat auf Hitler geglückt und der Diktator ums Leben gekommen.
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