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Gemäß einer Studie der Exzellenzclusters Religion und Politik der Universität Münster (siehe Langfassung der Studie "Wahrnehmung und Akzeptanz religiöser Vielfalt") begegnen die Deutschen Angehörigen nichtchristlicher Religionen mit weit weniger Toleranz als ihre europäischen Nachbarn. So weit, so schlecht.
Leider haben, soweit mir bekannt, die Forscher nicht gefragt, wie es denn um die Toleranz der Deutschen mit den christlichen Gemeinschaften abseits der beiden "Großkirchen" mit ihrer zumeist liberalen Prägung bestellt ist. Begegnen die Deutschen nur den Nichtchristen in hohem Maße intolerant, oder auch den "Nichtgroßkirchlern" und den "Nichtliberalen", den Freikirchlern und Angehörigen der christlichen Sondergemeinschaften, den Evangelikalen und den "Fundamentalisten"?
Es würde mich nicht wundern, wenn die deutsche Toleranz etwa Freikirchlern und auch Evangelikalen gegenüber nicht größer ist als gegenüber nichtchristlichen Religionen oder auch dem Islam - immerhin ist die Gleichsetzung des Christentums mit den beiden Großkirchen in ihren liberalen Ausprägungen hierzulande nicht zu übersehen, so daß man gerade die Freikirchen regelrecht zu den "nichtchristlichen Religionen" zählen muß, will man die Realitäten im Lande wirklichkeitsgetreu abbilden.
Wer hierzulande "Christentum" sagt, der meint die beiden Großkirchen - Ausnahmen bestätigen die Regel. Und vermitteln uns etwa die Medien nicht immer wieder eine Gleichsetzung von "fundamentalistischen Muslimen" und "fundamentalistischen Christen" in "evangelikal-freikirchlichen" Kreisen?
Leider gibt es wohl keine derartig Untersuchung (was freilich auch schon einiges aussagt, auch im Hinblick auf die Münsteraner Studie).
Gäbe es andererseits eine solche Untersuchung und entspräche sie mehr oder eniger dem, was ich erwarte, würden die Ergebnisse aber wohl auch kaum veröffentlicht werden, sondern eher in eine verschlossenen Schublade wandern - allenfalls würde man die Freikirchler und die Evangelikalen klammheimlich unter die "nichtchristlichen Religionen" zählen und dies allenfalls in einer Fußnote vermerken.
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