|
Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) will in Deutschlaned einen "Euro-Islam" etablieren, lese ich gerade in den Schlagzeilen. Ein "moderner Islam" solle geschaffen werden.
Ja hallo, geht's noch? Seit wann hat es den Staat zu kümmern, wie Menschen ihre Religion leben, so lange sie nicht gegen geltendes Recht verstoßen?
Wann dürfen wir außerdem mit der staatlichen Förderung für einen "modernen Euro-Katholizismus" rechnen, für einen "modernen Euro-Evangelikalismus", für "moderne Euro- Baptisten", "moderne Euro-Juden", "moderne Euro-Atheisten" usw. usf. - falls Letztgenannte in Wulffs neuem Deutschland, das unter Juden, Christen und Muslime aufgeteilt wurde, überhaupt noch eine Existenzberechtigung haben?
Es tut mir leid, Herr Bouffier, aber was Menschen glauben, ob es "modern" ist oder konservativ, ob es europäisch ist oder nahöstlich oder amerikanisch, geht den Staat nichts an. Der Staat ist weltanschaulich neutral. Nur dort, wo Gesetze gebrochen werden, wo Grundrechte Dritter verletzt werden, darf der Staat im Rahmen allgemeiner Gesetze, vor denen alle Menschen gleich sind, Schranken setzen.
Sollte Bouffier glauben, ein "moderner Euro-Islam" fördere die Integration, dann irrt er sich freilich.
Integration scheitert nicht, wenn und weil Religiöse konservativ sind oder nahöstlich, amerikanisch, asiatisch oder was sonst.
Ich höre immer wieder von Lehrern, daß gerade diejenigen Schülerinnen muslimischen Glaubens, die eher streng religiös sind - Kopftuch, langer Mantel - besser integriert sind als viele jener "Euro-Muslimas" - oben hui, unten pfui. Ich höre immer wieder, daß gerade die sehr religiösen Schüler bessere Leistungen bringen als die jungen "Euro-Muslime" mit ihrem Macho-Gehabe, die zwar alle Verbote ihrer Religion kennen, soweit sie andere betreffen (die moderne euro-islamische Trias "Schweinefleisch - Juden/Christen - freizügige Kleidung", um die sich letzten Endes alle Integrationsprobleme drehen), aber sonst von ihrer Religion so gut wie nichts wissen und vor allem den Geboten ihrer Religion nur dann folgen, wenn es Mamas verwöhnten Söhnen in den Kram paßt.
Wie dem auch sei - dadurch, daß der Staat an den Religionen herumpfuscht, wird nichts besser. Und er hat auch nicht das Recht dazu - er ist nun einmal zur weltanschaulichen Neutralität verpflichtet und kann keine "Staatsreligion" verordnen oder auch nur fördern. Was ein Mensch glaubt, wie er glaubt, wie er seinen Glauben lebt - das ist eine Sache des freien Gewissens.
|
Kommentare
mehr gibt es zu diesem Thema auch nicht zu sagen.
( In der kürze liegt auch hier die Würze)
Alle Kommentare dieses Beitrages als RSS-Feed.