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... ist ein guter Indianer.
Und, in diesem Sinne:
Nur ein Muslim, den man nicht sieht, ist ein guter Muslim.
So jedenfalls erscheinen die vielfältigen Forderungen nach einem Baustopp von Minaretten, nach Kopftuch- und Schleier-Verboten.
Aber es bleibt freilich nicht bei "unsichtbaren Muslimen", auch Christen - und hier vor allem die evangelikalen Christen - geraten zunehmend häufiger in die Situation, daß sie bitte schön unsichtbar sein sollen.
Während man etwa vom Dalai Lama nicht genug sehen kann - und, in einem vielleicht gar nicht so viel anderen Kontext, von der Bauchtänzerin auch nicht, trotz Schleier -, sind es Judentum, Christentum und Islam, die sich in der Öffentlichkeit "demütig zurückhalten" sollen, wie Sarkozy gefordert hat.
Bei den Muslimen kommt noch hinzu, daß gerade das Minarett ein nicht zu übersehender Hinweis darauf ist, daß sie nicht länger nur Gäste sein wollen, sondern hier ihre Heimat gefunden haben - wer ein Minarett baut, der macht damit deutlich, daß er bleiben will. Damit haben die Deutschen ein Problem.
Das ist wohl eher nicht so, weil die Muslime Fremde sind, weil sie Ausländer sind. Wären sie in der Ausübung ihrer Religion zurückhaltend oder wenigstens exotisch wie der Dalai Lama oder eine Bauchtänzerin, würden wir sie auch Minarette bauen lassen.
Aber es ist ihre Religiosität, so fremd und doch zugleich - aus unserer christlichen Geschichte - so vertraut. Die Religion ist uns im postchristlichen Europa fremd geworden - im Islam kommt sie wieder und will sogar heimisch werden, nicht allein durch Zuzug, sondern auch durch Konversionen deutschstämmiger ehemaliger Christen und Konfessionslose.
Natürlich gibt es Fremdenfeindlichkeit in Deutschland. Aber das "Problem" der Deutschen mit den Muslimen darauf zu reduzieren, greift zu kurz. Die Deutschen haben ja auch Probleme mit Landsleuten, die zum Islam konvertieren. Sobald Christina einen langen Mantel und ein Kopftuch trägt und sich nun beispielsweise "Meryem" nennt, findet sie sich in der gleichen Situation wieder wie ein Muslim mit Migrationshintergrund.
Ein anderes Thema ist natürlich die Islamfeindlichkeit frommer Christen, etwa mancher Evangelikalen (vor allem Allianz- und Bekenntnis-Evangelikale). Hier scheint es eher eine Art religiösen Konkurrenzdenkens zu sein, daß man Verständnis aufbringt für Minarett-, Kopftuch- und Schleierverbote, die vor allem das Steckenpferd derer sind, die grundsätzlich religionsfeindlich agieren. Immerhin erscheint der Islam so viel vitaler, kräftiger als das Christentum. Machen wir uns doch nichts vor: Der Evangelikalismus in Deutschland ist ein alter, sterbender Mann, kurzatmig und zahnlos. Mehr Schein als Sein. Wo evangelikale Gemeinden wachsen, da ist es meist ein Transferwachstum zu Lasten anderer Gemeinden.
Einer der geschicktesten Schachzüge antireligiöser Bewegungen besteht darin, fromme Christen und Muslime gegeneinander auszuspielen, gegeneinander aufzuhetzen. Christliche Missionare in der islamischen Welt, Christenverfolgung in der islamischen Welt - das sind zwei Themen, die in diesem Bereich immer funktionieren.
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