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Einen der merkbefreitesten Artikel aller Zeiten habe ich heute in Spiegel Online gefunden: Wirre Logik des Minarett-Verbots: Wie du mir, so ich dir von einem gewissen Yassin Musharbash.
Immerhin, mit einem Satz, dem letzten in seinem Artikel, hat er recht: "Es hilft keinem Christen in Kairo, wenn in Winterthur kein Minarett mehr gebaut wird". Aber merkbefreit sind die Pfade, auf denen er zu diesem Satz gekommen ist.
Mir fehlt leider im Moment die Zeit, mir den Artikel Irrtum für Irrtum vorzunehmen. Falls möglich, hole ich das nach.
Eines ist freilich klar: Die zumeist schwierige bis unerträgliche Situation der Christen in den Ländern der islamischen Welt - und zum Teil auch dort, wo Muslime im Westen bereits eine gefühlte Mehrheit bilden und ihr Glaube in Extremismus umschlägt - kann nicht Maßstab sein für unseren Umgang mit den Muslimen hier in Europa, für das Maß an Religionsfreiheit, das wir ihnen zugestehen, egal ob es nun um Moscheen geht oder "nur" um Minarette, um die Burka oder "nur" das Kopftuch oder worum auch sonst.
Gerade weil die Situation der Christen und anderer religiöser Minderheiten in vielen Ländern der islamischen Welt durch politischen, gesellschaftlichen und anderen Druck so katastrophal ist, müssen wir uns hier nicht nur für die Christen dort einsetzen, sondern ebenso auch darauf achten, daß wir unsererseits den Muslimen die Ausübung ihrer Religion in unserer Gesellschaft ermöglichen und die Freiheit hierzu nachhaltig und umfassend schützen.
Und ja, die Entscheidung der Schweizer wird Auswirkungen auf die Situation der Christen in vielen islamischen Ländern haben, wie schon viele Entscheidungen des Westens. Diese Tatsache darf den Westen nicht lähmen, aber man sollte hierzulande schon abwägen, welche auf den Islam bezogenen Entscheidungen es wert sind, daß die Christen in der islamischen Welt dafür Nachteile werden auf sich nehmen müssen.
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