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Ich mag Islamophobe im Allgemeinen nicht, ich mag auch ganz konkret Elisabeth Sabaditsch-Wollff nicht, die in Österreich ihr Unwesen treibt. Ich mag es auch nicht, wenn man Muhammad einen "Pädophilen" oder "Kinderschänder" nennt.
Ich bin aber erschüttert, wenn ein Wiener Gericht erklärt, es handele sich nicht um Pädophilie, wenn ein Erwachsener zwar Sex mit einem Kind habe, aber dann auch mit ihr zusammenbleibe, wenn sie erwachsen ist.
So allen Ernstes geschehen in Wien: Das Landesgericht sah es erwiesen an, daß Sabaditsch-Wolff der "Herabwürdigung religiöser Lehren" schuldig sei, weil sie Muhammad als "Pädophilen" bezeichnet hätte, da er nach islamischer Lehre mit einer Neunjährigen Sex hatte.
"Herabwürdigend" sei dies nach Ansicht des Gerichts, weil Muhammad ja nicht ausschließlich Sex mit Kindern, sondern auch mit erwachsenen Frauen gehabt hätte und dann auch mit jener Neunjährigen, Aisha, bis zu seinem Tod zusammenblieb, als sie achtzehn Jahre alt und somit erwachsen war. Somit wäre er also nicht pädophil veranlagt gewesen.
Problematisch ist erst einmal die verquere Begründung des Gerichtes, um die "Herabwürdigung religiöser Lehren" zu beweisen. Das ist natürlich Öl ins Feuer der Islamophobie. Denn was sagt das Gericht abgesehen von dieser verqueren Begründung? - Ja, richtig. Genau das.
Problematisch ist freilich ebenso, daß nun Pädophile jederzeit unter Verweis auf dieses Urteil verlangen könnten, nicht als "pädophil" bezeichnet oder gar deswegen verurteilt zu werden, wenn sie entweder rmit einer Erwachsenen verheiratet sind oder aber glaubhaft versichern, sie würden ja mit dem Kind zusammenbleiben wollen, bis dies erwachsen sei - und eine etwaige Trennung hätte nichts mit dem Alter des Kindes zu tun.
Wie dem auch sei, wer Muhammad mit dem Wertekanon unserer Zeit betrachtet und darum etwa der Pädophilie schuldig spricht, liegt in der Betrachtung der Frühzeit des Islam ebenso falsch wie islamische Fundamentaliaten, die jene Zeit idealisieren, ohne zu reflektieren oder "historisch-kritisch" vorzugehen. Es ist schon interessant, wie sehr sich Islamophobe und islamische Fundamentalisten ähneln, gerade wenn es um die Interpretation der Person Muhammads und seiner Gefährten geht. Von der Aufklärung und von moderner Geschichtswissenschaft sind beiden Gruppen nicht sonderlich "befleckt".
Aber auch jenes Gericht in Wien hat sich da nicht gerade mit Ruhm bekleckert, wie mir scheint.
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