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"Nach Angaben von Verfassungsschutzpräsident Heinz Fromm gehörten bislang fast alle islamischen Terroristen in Deutschland der Gruppe der Salafisten an oder hatten Kontakt zu ihr" schreibt "Welt kompakt" in einem Artikel über die weibliche Seite des Dschihad.
Genauso gut hätte Fromm angeben können, "fast alle Terroristen in Deutschland sind Muslime". Das freilich wäre politisch nicht korrekt - und wäre zudem ebenso irreführend wie das, was Fromm tatsächlich gesagt hat.
Ob es nun stimmt, daß "bislang fast alle islamichen Terroristen in Deutschland" Verbindungen zur Salafiyya haben, sei dahingestellt (ich habe starke Zweifel an Fromms Darstellung) - sicher ist jedoch, daß die überwiegende Mehrzahl der Salafi in Deutschland keinerlei Verbindung zum Terrorismus haben.
Wenn wir nun aus guten Gründen (und freilich nicht nur aus Gründen politischer Korrektheit) keine Verbindung zwischen dem Islam und einem Terrorismus im Namen des Islam herstellen, so sollten wir aus ebenso guten Gründen auch keine Verbindung zwischen den Salafi und dem Terrorismus, der lediglich einem schmalen Strang der Salafiyya entspricht, herstellen.
Die Mehrheit der Salafi ist nicht gewaltbereit, etwaige Salafi unter den Terroristen stellen innerhalb der Salafiyya eine Minderheit dar. Die Gleichsetzung von Salafi und Terroristen könnte freilich allzu bald zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden, wenn die unter einen Generalverdacht gestellten Salafi in zunehmender Zahl beschließen sollten, dem gegen sie gefällten Urteil wenigstens durch Worte, vielleicht auch durch Taten zu entsprechen.
Bei der Gelegenheit sei auch dazu aufgerufen, die Berichterstattzung über vermeintlich oder tatsächlich muslimische Terroristen nicht immer und immer wieder mit den Bildern verschleierter Frauen zu verzieren (was übrigens - das sei ausdrücklich vermerkt - zumindest für die Online-Version des oben verlinkten Artikels nicht zutrifft, da hier der unvermeidliche Schleier nur im Text v orkommt, nicht abder in Gestalt von Fotos oder Videos).
Solche Bilder fördern beim Leser oder Zuschauer die Verknüpfung von "Schleier" und "Terror", die freilich irreführend ist, da nur eine Minderheit verschleierter Frauen dem Terror zuneigt oder gewaltbereit ist. Die Binsenweisheit " Burka sells" führt zu einer inflationären Verwendung von Fotos mit verschleierten Frauen, wenn es um Terror, Fundamentalismus, Unterdrückung, Zwangsheirat usw. geht. Stets erscheint die verschleierte Frau entweder als "Täterin" oder als "Opfer", wird auf das eine oder andere Prinzip reduziert, verliert dabei ihre Menschenwürde. Schließlich spricht man nur noch über diese Frauen, aber nicht mehr mit ihnen.
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