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Was die Burka in Frankreich ist... PDF Drucken E-Mail
Blog - Islam
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Freitag, den 01. Juli 2011 um 09:21 Uhr

... ist die Salafiyya (aka "Salafismus") in Deutschland.

Das entschiedene Vorgehen gegen die " Burka" in Frankreich, Belgien und eher früher als später auch in anderen europäischen Ländern wie den Niederlanden, Spanien usw. will ebenso wie das deutsche Vorgehen gegen die "Salafisten" dem Bürger den Eindruck vermitteln, "die tun was für unsere Sicherheit". Man greift sich jeweils eine kleine Gruppe und macht sie zum "Feindbild", das bekämpft werden muß.

Natürlich gibt es in Frankreich unterdrückte "Burka-Trägerinnen" und in Deutschland gewaltbereite "Salafisten". Das steht außer Zweifel, und niemand muß ein "Fan" der Salafi sein.

Doch deswegen mit schweren Geschützen auf Menschen zu feuern, die jeweils als einheitlicher Block dargestellt werden, was sie in keinem Fall sind, verstößt gegen die Menschenrechte.

In Deutschland will der Kampf gegen die ach so bösen "Salafisten" nicht nur den Eindruck vermitteln, der Staat tue etwas gegen eine Bedrohung und schütze seine Bürger - es geht außerdem auch darum, die in der Bevölkerung virulent zunehmende Islamophobie und Xenophobie in kontrollierte Bahnen zu lenken. Ob das erfolgreich ist, muß bezweifelt werden - das französische Feindbild "Burka-Trägerin" hat längst weite Teile der Bevölkerung dazu gebracht, auch sonst Muslime unter Generalverdacht zu stellen, und dem deutschen Feindbild "Salafisten" wird die geiche Begleiterscheinung auf dem Fuße der marschierenden Staatsgewalt folgen. Ist der Geist erst einmal aus der Flasche, wird sich das Volk nicht mit dem staatlich gewollten Feindbild zufriedengeben, sondern dieses in alle Richtungen erweitern. Reicht man einem latent xenophoben Volk den kleinen Finger, so werden die Radikalen bald die ganze Hand abreißen.

 

Kommentare  

 
# Aufällig auch...Michael Molthagen 2011-07-01 09:24
... daß die "Salafisten" derzeit als DAS große Problem dargestellt werden, aber über m.E. gefährlichere Erscheinungen eines radikalen Islamismus ein Mantel des Schweigens gebreitet wird.

Auffällig weiter, daß jene m.E. gefährlicheren, aber nicht zum staatlich gelenkten Feindbild erklärten Islamisten zugleich Gegner der Salafiyya sind und die staatlichen Maßnahmen gegen die Salafi bejubeln.
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# Drei StrömungenMichael Molthagen 2011-07-01 16:40
Vor allem drei Strömungen kann man fürs Erste bei den Salafi unterscheiden:

1. Die apolitischen, rein religiösen Salafi, die weder politisch radikal noch gewaltbereit sind. Sie bilden m.E. den größten Block.

2. Die politisch aktiven, aber Gewalt ablehnenden Salafi, die zwar eine Gesellschaft nach ihren Vorstellugnen anstreben, dies aber auf demokratischem Wege erreichen wollen.

3. Die politisch aktiven und gewaltbereiten Salafi, der m.E. kleinste Block.

Zwischen diesen Strömungen gibt es durchaus Bewegungen bzw. interne Konversionen, nicht nur von "moderat" hin zu "terroristisch", sondern auch umgekehrt.

Wer die Salafi zum Feindbild erklärt, wird dabei m.E. vor allem die gewaltbereiten Strömungen stärken.
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# ZerstrittenMichael Molthagen 2011-07-04 09:18
Selbst wer dei Salafi hierzulande nur oberflächlich beobachtet, erkennt recht schnell, daß sie untereinander heillos zerstritten sind - eine Thema, das von Medien und Politik so gut wie nicht zur Sprache gebracht wird, obwohl es für die Bewertung der "Herausforderung Salafiyya" von großer Bedeutung ist.
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