|
Ich hätte da eine kleine Frage an Kreationisten, genauer gesagt an diejenigen von ihnen, die zwar die Makroevolution ablehnen, nicht aber die Mikroevolution. Demzufolge schuf Gott ja, wenn ich das richtig verstehe, eine Reihe von "Stammformen", aus denen sich dann die heutigen Tiere entwickelt haben.
Meine Frage betrifft die Stammform, aus der heraus sich die Schliefer entwickelt haben (Bibellesern bekannt als Kaninchen bzw. Klippdachse).
Aufgrund genetischer Untersuchungen wissen wir, daß die nächsten heute lebenden Verwandten der Schliefer die Elefanten und die Seekühe sind.
Demzufolge müßten diese drei Arten - die Paenungulata - also auf eine gemeinsame Stammform zurückgehen; ich nenne sie spaßeshalber Elekuhfer. Mein Elekuhfer hat allerdings noch zwei weitere Arten hervorgebracht, die mittlerweile ausgestorben sind: Die nashornähnlichen Embrithopoda und die flußpferdähnlichen Desmostylia.
Nun sind schon heute lebende Elefanten mit 4-6 Tonnen recht groß und schwer - fossil überlieferte Elefanten waren mit teilweise zehn Tonnen noch weit schwerer, während der Urrüssler andererseits gerade einmal so groß wie ein kräftiger Fuchs war -, heute lebende Seekühe erreichen ein Gewicht von 250 bis 1.500 Kilogramm und heute lebende Schliefer gerade noch drei bis vier Kilogramm - fossil überlieferte Schliefer kamen allerdings bis auf das Dreifache dieses Gewichts (Gigantohyrax) bzw. wurden etwa so groß wie ein kleines Nashorn, während es auch fossil überlieferte Schliefer gibt, die gerade einmal die Größe einer Maus erreicht haben.
Dann leben die Elefanten zwar wie auch die Schliefer an Land, aber die Seekühe finden wir, wie der Name schon sagt, im Wasser, wobei sie sehr gut an diese Lebensweise angepaßt sind.
Wie konnten sich aus einer einzigen Stammform innerhalb einiger Jahrtausende so ganz und gar verschiedene Tiere entwickeln und so grundverschiedene Lebensräume besiedeln?
Ich bezweifle, daß kreationistische Theorien in der Lage sind, die "Mikroevolution" vom Elekuhfer bis hin zu Elefant, Seekuh und Schliefer zu erklären, einschließlich all der Arten, die nur fossil überliefert sind, seien es fuchsgroße Urelefanten, riesenhafte Zehntonnen-Mammuts, seien es mausgroße Schliefer oder solche von der Größe eines kleinen Nashorns, seien es Embrithopoda oder Desmostylia. Auch die Vorfahren der heutigen Seekühe, die sich wie heutige Flußpferde zwar noch an Land bewegen konnten, aber doch eher das Wasser aufsuchten, wollen in das Modell dieser Mikroevolution integriert werden.
Natürlich steht fest, daß es einen gemeinsamen Ahnen der Rüsseltiere, Elefanten, Schliefer, Embrithopoda und Desmostylia gegeben hat. Sonst wären Rüsseltiere, Seekühe, Schliefer, Embrithopoda und Desmostylia nicht miteinander verwandt.
Folgt man der Evolutionstheorie, so müßte er vor ca. 65 - 146 Millionen Jahren gelebt haben.
Die ersten Embrithopoda, Rüseltiere und Schliefer entstanden vor mindestens 55 Millionen Jahren, die ersten Seekühe vor mindestens 50 Millionen Jahren, die Desmostylia vor vielleicht 25 Millionen Jahren.
Zeit genug, um die heute lebenden bzw. nur mehr fossil überlieferten Arten hervorzubringen. Wenn man von der Evolutionstheorie ausgeht.
Nimmt man diese langen Zeiträume nicht an und verneint man jegliche Form der Makroevolution, wird es äußerst schwer bis völlig unmöglich, sich die Entwicklung von Elekuhfer hin zu Elefanten, Seekühen, Schliefern, Embrithopoda und Desmostylia vorzustellen oder gar in einem naturwissenschaftlich haltbaren Modell darzustellen.
|
Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß Ihr Kommentar erst vom Webmaster freigeschaltet werden muß, um unerwünschte Werbung zu verhindern. Die Freischaltung erfolgt so schnell wie möglich.