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Der Schleier wird gelüftet... PDF Drucken E-Mail
Blog - Christentum
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Samstag, den 22. Januar 2011 um 12:56 Uhr

Bereits im Juli 2010 habe ich meine über Jahre hinweg vertretene  Auslegung zu 1. Korinther 11,2-16 - Paulus und der Schleier - widerrufen und versprochen, den entsprechenden Artikel Paulus und der Schleier (archivierter alter Artikel) zu überarbeiten.

Seitdem ist mehr Zeit vergangen, als ich damals erwartet hatte, aber jetzt ist es endlich gelungen: Die  überarbietete Fassung der Auslegung steht auf den Seiten von Burkaverbot.de, meiner Webseite zur Kopftuch- und Burkadebatte, online zur Verfügung.

Dabei handelt es sich um die mittlerweile fünfte Aufflage des Textes, dem mit Abstand am häufigsten gelesenen Artikel auf meinen Webseiten.

In den ersten vier Auflagen ging ich davon aus, daß Paulus in dem Text gegen den Schleier argumentiert. Jene Verse, die die Verschleierung befürworten, habe ich in enger Anlehnung an die Auslegung von Thomas Schirrmacher (" Paulus im Kampf gegen den Schleier") als Zitate der Korinther gedeutet, die Paulus dann widerlegt, um schließlich die Sitte der Verschleierung aus dem Gottesdienst zu verbannen.

Die vierte Auflage brachte eine kleinere Änderung in der Auslegung des dritten Verses - ich habe eine bis dahin nur von mir vertretene Auslegung zurückgenommen und mich der Mehrheit der Ausleger angeschlossen -, während der Rest des Textes zwar völlig überarbeitet wurde, aber inhaltlich gleich blieb.

Mittlerweile gehe ich davon aus, und das ist Inhalt der nun veröffentlichten fünften Auflage, daß Paulus den Schleier befürwortet - ohne daraus allerdings eine Pflicht zur Verschleierung im Gottesdienst für heutige Christinnen abzuleiten (wobei ich die Argumente des Paulus nach wie vor für korrekt halte, aber davon ausgehe, daß sie kontextualisiert werden müssen, daß also jede Gemeinde die Argumente des Paulus auf den Kontext, in dem sie lebt, anwenden muß. Das kann etwa im Orient durchaus dazu führen, daß man den Schleier befürwortet, doch im Okzident wäre eine solche Anwendung ein falscher Umgang mit den paulinischen Argumenten.

Ich möchte versichern, daß ich mich nicht mit Gefühlen der Rechthaberei und der Streitsucht von der Zitattheorie und der damit verbundenen Annahme, Paulus argumentiere gegen den Schleier, trenne. Ich habe den Theologen, die diese Auffassung vertreten - besonders ist Thomas Schirrmacher zu nennen -, viel zu verdanken, habe viel von ihnen gelernt.

Ich habe mich im Großen und Ganzen der Mehrheit der Ausleger angeschlossen - Paulus befürwortet den Schleier -, auch wenn ich in vielen Details sehr eigene Wege in der Auslegung gehe.

So kann ich die Auffassung vieler Ausleger, Paulus habe sich im Verlauf seiner Argumentation gewissermaßen "verrannt" oder "vergaloppiert" und habe eine doch sehr fragwürdige Theologie abgeliefert, in der er sogar sich selbst widerspricht und schließlich eine Kehrtwende um 180 Grad vollziehen muß, nicht folgen und möchte zeigen, daß wir in diesem Text ein Beispiel großartiger Theologie vor uns haben, wie man sie meines Erachtens von Paulus erwarten darf.

Wenn ich Paulus richtig verstehe, zeigt er uns auch heute noch, wie Männer und Frauen herausfinden können, welches Verhalten für sie im Gottesdienst angemessen ist. Im Korinth des ersten Jahrhunderts war die Frage der Kopfbedeckung äußerst wichtig; heute sind andere Themen dran, und Kleidung sollte dabei keine große Rolle mehr spielen.

Wichtig ist: Die Gottesdienste finden nicht in einem kulturellen Vakuum statt, sondern wollen eingebettet sein in die Kultur, in der die Christen leben. Gottesdienste verbinden das Evangelium Christi mit der Kultur und damit mit den Menschen. Gottesdienstgestaltung erfordert nicht nur theologische, sondern auch kulturelle Kompetenz, damit die Gottesdienste und mit ihnen die Gemeinde kulturell relevant sein kann.

Wer in der heutigen Kultur mit Kopftüchern oder in Moralinsäure gegerbten Kutten kommt, hat Psulus jedenfalls nicht verstanden.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 22. Januar 2011 um 13:04 Uhr
 

Kommentare  

 
# Der Schleier wird gelüftetGast 2011-06-27 08:18
Sie können doch nicht im Ernst so plump sein, wie Sie sich darstellen. Wenn Sie z.B. sagen, dass es für die Frauen in "diesen Ländern" sehr schelcht steht, dann wollen Sie behaupten, dass es allen Frauen so ergeht, wie Sie sich das vorstellen. Demnach müsste ich ja auch so sein, wie Sie. Aber ich versuche, nicht zu versuche eben nicht zu verallgemeinern , so wie Sie das anstrengen, und das auch noch sehr plump. Wie kann man sich denn inn dieses von Ihnen angesprochene Thema "einlesen"? Bevor Sie mir antworten sollten, bedenken Sie, dass ich in einem dieser von Ihnen abstrakt angesprochenen Ländern seit 35 Jahren lebe und nur mit Muslimen zusammen lebe. Deutsche und Europäer, mit denen ich hier zusammen treffe, kenne ich nur als Geschäftspartne r (indiesem Falle: traf) oder Besuchern. Humbuck ist allerdings die Meinung dieser Frau, Ihr Gesicht nicht entschleiern zu dürfen. Das ist Hinterwald, ist nirgendwo nachzulesen, steht so nicht im Quran...
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# ???Michael Molthagen 2011-06-27 08:30
Entschuldigung, aber ich habe keine Ahnung, worauf Sie sich beziehen und was Sie eigentlich sagen wollen.

Wo in meinem Artikel steht etwas von Frauen, denen es (in welchen Ländern eigentlich bitte schön?) sehr schlecht gehen soll?
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