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Islamophobie und die Einladung an Muslime zum christlichen Glauben PDF Drucken E-Mail
Blog - Christentum
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Donnerstag, den 07. Oktober 2010 um 11:08 Uhr

Angesichts einer zunehmenden Islamophobie, die zudem immer totalitärer wird, muß sich das Christentum fragen, ob es noch möglich ist, Muslime gezielt zum christlichen Glauben einzuladen und, ob vorher zum Glauben eingeladen oder nicht, nach einer Bekehrung zu taufen und in die Gemeinde aufzunehmen.

Natürlich kann die Kirche weder auf die Einladung zum Glauben verzichten oder Muslime gezielt von einer solchen Einladung ausschließen, noch kann man es Muslimen verwehren, sich zum christlichen Glauben zu bekehren, sich taufen und in eine Gemeinde aufnehmen zu lassen.

Zugleich muß man aber bedenken, was dies bedeutet, wenn zugleich die totalitäre Islamophobie zunimmt, deren Ziel ein Ende des Islam ist - auch durch die Abkehr von Muslimen von ihrer Religion.

Diese Debatte wird zunehmend wichtiger. Dabei geht es wohlgemerkt nicht um die Frage, ob Muslime nicht ohnehin das gleiche glauben wie Christen und sich gar nicht bekehren "müssen" - das ist eine ganz andere Debatte (auch wenn grundsätzliche Gegner einer "Muslimenmission" gerne die Islamophobie-Keule gegen die Befürworter schwingen).

Die Islamophobie hat Auswirkungen auf die Frage, ob und wie man Muslime zum christlichen Glauben einlädt - das steht jedenfalls außer Frage.

Je mächtiger die Islamophobie wird, um so wichtiger ist es, daß die christliche Mission unter Muslimen sich als Konvivenz versteht - Christen und Muslime helfen einander, lernen voneinander, feiern miteinander. Miteinander leben - gerade auch als Zeichen gegen eine zunehmnde Islamophobie (aber auch als Zeichen gegen eine zunehmende Christenfeindlichkeit in manchen islamisch geprägten Kreisen).

Konvivenz - anstelle eines überzeugen wollens - ist ohnehin das, was Mission eigentlich sein sollte, weil es dem Vorbild Jesu entspricht, seinem Zusammenleben mit den Menschen. Im Sinne der Konvivenz soll jeder Christ ein Missionar sein. Wer als Christ nicht konvivenziell lebt, ist schlicht und einfach (noch) kein Christ, mag er noch so fromm oder kirchlich engagiert sein.

Aber gerade dort, wo die Mission uns mit Menschen zusammen führt, die Opfer sozialer Phobien sind, wird die Konvivenz um so wichtiger, ja, da wird sie unverzichtbar und ist zweifelsfrei Gebot Gottes.

Zugleich sind Bekehrungen, Taufen und die Aufnahme in die Gemeinde (bzw. umgekehrt die Konversion zum Islam) einerseits eine natürliche Folge der Konvivenz, andererseits aber auch immer Belastungen für die Konvivenz.

Belastung zu sein, kann und darf aber niemals zum Verbot einer Konversion, ganz gleich in welche Richtung, führen.

 

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