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Baptisten im trüben Spiegel II PDF Drucken E-Mail
Blog - Christentum
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Samstag, den 15. Mai 2010 um 09:00 Uhr

Erst gestern ging es in meinem Blog um einen vorgestern veröffentlichten Spiegel-Artikel über Baptisten, laut Spiegel "ultrarechts", gestern hat der Spiegel die weltweit größte protestantische Denomination schon wieder im Titel. Dieses Mal geht es um die US-Baptistin Laura Silsby. Die Überschrift:  "Menschenhandel nach Erdbeben - US-Baptistin droht Gefängnisstrafe".

Es ist nicht so, daß ich Silsby sonderlich schätze - ganz im Gegenteil. Auffällig ist freilich, daß bei jedem Artikel über diese Frau ausdrücklich betont wird, daß es sich um eine Baptistin handelt, als sei dies eine Information, die der Leser zum Verstehen des geschilderten Vorgangs braucht - am besten gleich in der Titelzeile (dabei gehörten damals sogar nur 5 der 10 inhaftierten Christen zu einer Baptisten-Gemeinde).

Der Spiegel versucht offenbar alles, um die Baptisten in einem möglichst schlechten Licht darzustellen - also muß auch dieses Mal erstens der Baptismus unbedingt in der Titelzeile genannt werden, und zweitens muß unbedingt die Rede von "Menschenhandel" sein, was aber eine glatte Fehlinformation des Spiegel ist; denn Silsby ist nicht wegen "Menschenhandel" angeklagt und auch nicht wegen "Kindesentführung", sondern wegen "unerlaubten Reisens mit Kindern", was der Spiegel-Leser freilich eher am Rande erfährt.

Vorgestern durften Leser bei einem Blick in den trüben Spiegel lernen, daß Baptisten "ultrarechts" sind, heute, daß sie in Menschenhandel verwickelt sind.

Hat der Spiegel eigentlich je berichtet, wie viel finanzielle, materielle und personelle Hilfen Baptisten aus den USA, aus Europa und aus anderen Regionen der Welt nach dem Erdbeben in Haiti geleistet haben? Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern - es ging stets nur um diesen Fall, bei dem letztlich eine einzelne Baptistin aus den USA möglicherweise wegen "unerlaubten Reisens mit Kindern" verurteilt wird. Baptisten aus Europa, die extra nach Haiti geflogen waren, um Überlebende aus den Trümmern zu bergen, wurden etwa nicht erwähnt.

Nun, das ist auch nicht wirklich nötig. Aber es zeigt, wie extrem einseitig sich die Berichterstattung des Spiegel gestaltet, wenn es um Baptisten geht - pure "Baptistophobie", reines Schüren von Vorurteilen und sozialen Ängsten, sei es wegen der "God hates Fags"-Bewegung einer kleinen amerikanischen Baptisten-Gemeinde, sei es wegen des fälschlich als "Menschenhandel" betitelten unerlaubten Reisens mit Kindern, dessen sich eine amerikanische Baptistin schuldig gemacht hat.

Dank eines trüben Spiegels wahrhaft stürmische Zeiten für Baptisten.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 15. Mai 2010 um 09:00 Uhr
 

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