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Deutsche Welle gegen US-Evangelikale und Grüne gegen Freikirchen PDF Drucken E-Mail
Blog - Christentum
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Mittwoch, den 28. April 2010 um 09:38 Uhr

In der Deutschen Welle ist gestern ein Bericht mit dem Titel US-Missionare schüren Schwulenhass in Afrika erschienen, der wieder einmal gründlich das "Feindbild Evangelikale" bedient. Es geht dort um die homophoben Aktivitäten gewisser US-amerikanischer Evangelikaler in Afrika wie z.B. Uganda.

Zugleich hat im hessischen Pohlheim der Fraktionsvorsitzende der Grünen erklärt, alle religiösen Gemeinschaften, die keine Amtskirchen sind, seien Sekten (siehe Ärger in Pohlheim nach Sekten-Vorwurf).

Zum Bericht der Deutschen Welle von einem gewissen Sven Töniges möchte ich vor allem anmerken, daß dieser durch Auslassungen glänzt. So erfährt man nichts von jenen US-Evangelikalen - bei weitem nicht nur aus dem links- oder neoevangelikalen Lager -, die sich vehement gegen Homophobie einsetzen und gerade auch das Vorgehen evangelikaler Homophober in Afrika und anderswo auf dem "Missionsfeld" kritisieren - und vor allem jegliche Bestrafung von Homosexuellen. Die Deutsche Welle zieht es vor, ein möglichst einheitliches Bild der US-Evangelikalen zu zeichnen - eine Bewegung, die freilich alles andere als homogen ist. Sachliche und neutrale Berichterstattung sieht jedenfalls anders aus, aber von der Deutschen Welle erwarte ich in dieser Hinsicht seit langem keinen Qualitätsjournalismus mehr (nicht nur in Bezug auf Berichte über Evangelikale).

Ich möchte der Deutschen Welle zwar keine Fehler vorwerfen, weil ich nicht wirklich im Thema drin bin, aber einiges, was dort geschrieben wurde, kommt mir jedenfalls fehlerhaft vor. So seien es "zumeist Methodisten, Episkopale oder Presbyterianer", die in Afrika homophob "missionierten", und da etwa habe ich starke Zweifel, das hier die richtigen Konfessionen genannt worden sind. Auch manch anderes, was im Bericht genannt wurde, erscheint mir schlicht und einfach falsch zu sein. Auch die Trennung von Nachricht und Kommentar gelingt meiner Meinung nach nicht in dem erforderlichen Umfang. Töniges sollte vielleicht besser einen Blog verfassen, aber keine Reportagen.

Zum Vorfall in Pohlheim bei Gießen kann ich über den Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Reimar Stenzel, und sein "Feindbild Freikirchen" nur den Kopf schütteln. Zu kommentieren gibt es da nichts. Bleibt nur zu hoffen, daß seine Partei (die freilich auch nicht gerade eine "Volkspartei" darstellt, vor allem mit gerade einmal 3 von 37 Sitzen in Pohlheim) den Mann zurechtweist.

 

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