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Die einen machen den Zölibat als maßgebliche Ursache pädophilen Kindesmißbrauchs aus, die anderen homosexuelle Neigungen.
Beides ist Unsinn. Ebenso wie der Versuch, die 68er und ihre "sexuelle Revolution" anklagen zu können. Oder die katholische Kirche. Oder überhaupt das Christentum. Oder die Religion.
Kindesmißbrauch ist etwas, das keine Grenzen kennt. Dieses Verbrechen existiert überall, zu jeder Zeit, an jedem Ort, unter allen Umständen. Hier geht es um Macht, um Erniedrigung - um die "ganz normalen Sünden der Menschen", aller Menschen, egal ob nun homosexuell oder heterosexuell, ob evangelisch oder katholisch, ob religiös oder areligiös, ob konservativ oder liberal oder was sonst.
Auch zu den "ganz normalen Sünden" gehört es wohl, die eigene Schuld, die eigene Verantwortung kleinzureden, die Schuld bei den anderen zu suchen, mit dem Finger auf andere zu zeigen. Den Splitter im Auge des anderen zu sehen, aber großzügig den Balken im eigenen Auge zu übersehen.
Ganz übel freilich ist es, wenn wir versuchen, den Kindesmißbrauch zu benutzen, um anderen etwas anzuhängen - sei es der katholischen Kirche, den Homosexuellen oder wem sonst. Da werden diese Kinder noch einmal mißbraucht.
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