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Nichts Weltbewegendes ist da bei Qantara.de geschehen, aber Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist und möge meinen kleinen Blog-Eintrag rechtfertigen.
Im Artikel Fossiles Denken als Gottesbeweis von einem gewissen Harald Brandt wird schön pauschal über Evangelikale hergezogen.
"Was christliche Evangelikale mit muslimischen Verfechtern des Kreationismus - wie etwa den türkischen Anti-Darwinisten Harun Yahia - verbindet, ist der gemeinsame Kampf gegen den Materialismus und die säkulare Ordnung des Staates" heißt es gleich in der Einleitung und später noch einmal im Artikel selbst, wo es dann weitergeht: "Beispiele für diese Art von über-konfessionellen Allianzen könne man immer häufiger finden".
Klar gib es evangelikale "Verfechter des Kreationismus", wie es Brandt in bezug auf die muslimischen Kreationisten korrekt schreibt, aber das sind eben nicht die Evangelikalen.
Man vergesse auch nicht, daß sich bei Harun Yahya (alias Adnan Oktar) nicht nur ein (Langzeit-) Kreationismus findet, sondern auch eine kräftige Prise Antisemitismus. Da ist Brandts Gleichsetzung schon recht brisant, auch wenn es ihm wohl nicht bewußt war.
Wie dem auch sei - die Evangelikalophobie zieht immer weitere Kreise. Und weil eben auch Kleinvieh Mist macht, kommt auch bei vielen kleinen Vorfällen letztlich ein ziemlich großer Haufen zusammen. Alleine in dieser Woche sowohl in der taz als auch auf Qantara.de. Und das bleibt letztlich hängen bei den Lesern.
Was bei den Lesern des Qantara.de-Beitrages über Evangelikale hängen bleibt, mögen folgende falsche Schlußfolgerungen sein:
- Ihr "Ziel (...) sei vielmehr die Errichtung einer Theokratie"
- Ihnen ist "die Verbreitung der kreationistischen Thesen wichtiger (...), als die Verbreitung des Christentums"
- Sie "versuchen (...) jetzt, ein Milieu zu erobern, das nicht christlich ist"
- Sie kämpfen gemeinsam mit "muslimischen Verfechtern des Kreationismus (...) gegen den Materialismus und die säkulare Ordnung des Staates"
- Sie sind "sehr strikt in Bezug auf die Normen und die Moral"
So also könnten Leser nach Brandts Beitrag über die Evangelikalen denken - und nicht wenige werden es tun.
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