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Warum starb Jesus am Kreuz? PDF Drucken E-Mail
Blog - Christentum
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Donnerstag, den 25. März 2010 um 10:59 Uhr

Gedanken zur Passionszeit

Was auch immer der Mensch tut - immer hat es mehr oder weniger ausschließlich damit zu tun, seine Grundbedürfnisse zu befriedigen. Das beginnt bei dem Bedürfnis nach Heim und Sicherheit und geht über die Bedürfnisse nach Essen und Trinken, Gesundheit und Schmerzfreiheit, Lob und Anerkennung, Gemeinschaft und Gebiorgenheit, Zärtlichkeit und Sexualität bis zu dem Bedürfnis, sich über den Sinn des Lebens und die Frage über das Leben nach dem Tod klar zu werden.

Auch wenn manche Menschen diese "letzten Fragen" mehr oder weniger erfolgreich verdrängen, so ist sie doch für die meisten Menschen immer präsent, manchmal eher im Hintergrund, manchmal ganz vorne auf der Prioritätenliste und alltäglichen Gedanken und Aktivitäten. Wer es sich leisten konnte, hat sich etwa in den Wüstensand Ägyptens eine mächtige Pyramide errichten lassen, wofür dann Tausende Menschen schuften durften, um ein Extrembeispiel zu nennen.

Gerade die Frage nach dem, was nach dem Tode sein wird, bindet häufig unsere Aufmerksamkeit. Wir versuchen nicht nur, uns Sicherheit gebende Informationen über das Leben nach dem Tode zu verschaffen, sondern wir versuchen auch, uns dort eine sichere Heimstätte vorzubereiten. Gute Werke und Almosen sind wohl die häufigsten Mittel, mit denen wir unser jenseitiges Nest auspolstern wollen. Statt dort Gutes zu tun, wo es nötig ist, schielen wir immer mit einem Auge auf den möglichen Nutzen, den eine gute Tat für unser jenseitiges Leben haben könnte. Und weil man etwaige jenseitige Gottheiten vermenschlicht, will man sie natürlich mit dem beeindrucken, was auch Menschen beeindruckt, es müssen also Taten sein, die uns Applaus einbringen.

Die Beschäftigung mit dem Leben nach dem Tod hat ein vielfältiges System hervorgebracht, in dem es letztlich um drei Dinge geht: Wohlstand, Sex und Macht. Man selbst möchte im Jenseits diese Dinge genießen können - und geschäftstüchtige Scharlatane verstehen es seit Jahrtausenden, sich mit der Sorge der Menschen um das ewige Leben im Diesseits ein schönes Leben zu machen.

Verspricht man den Menschen, daß diese oder jene Tat einen sicheren Eingang in ein Paradies oder einen Himmel oder was sonst garantiert, sind diese auch schon einmal bereit, dafür Verbrechen zu begehen. Oder "nur" auf Menschenrechte zu verzichten, sich unterdrücken zu lassen, weil "Gehorsam" und "Unterordnung" ja den Eingang ins Paradies erleichtern, wenn nicht sogar gewährleisten.

In vielen Fällen führt die Sorge um das Leben nach dem Tode die Menschen dazu, verrückte Dinge tu tun. Manchmal sogar schreckliche Dinge.

Jesus ist gestorben, um all diese Sorgen überflüssig zu machen. Weil Jesus am Kreuz gestorben ist, müssen wir nicht mehr darum kämpfen, in das Reich Gottes, in den Himmel zu kommen. Wir müssen keine guten Werke anhäufen, wir müssen nicht verrückte oder gar schreckliche Dinge tun, um für uns selbst oder auch einen anderen Menschen die Tür zum Himmel zu öffnen; denn durch seinen Tod hat Jesus diese Tür aufgerissen, und niemand kann sie mehr verschließen. Wir kommen in den Himmel, ohne dafür etwas tun zu müssen; denn was Jesus getan hat, das reicht. Punkt.

Darum müssen Christen sich keine Gedanken mehr über das Jenseits, über das Leben nach dem Tode machen. Sie müssen nicht ständig nachrechnen, ob sie sich denn schon den Himmel "verdient" haben. Und das gilt nicht nur für Christen, sondern für alle Menschen. Jesus ist nicht allein für die Christen gestorben, sondern für alle Menschen, für alle Menschen ist er der Weg zu Gott, der Weg in den Himmel. Und keiner von uns muß dafür irgend etwas tun.

Weil das Thema "Wie komme ich in den Himmel?" geklärt ist, können sich die Menschen nun ganz auf das Diesseits konzentrieren, auf das Leben vor dem Tod, auf das, worum es wirklich geht: Daß wir einander helfen, voneinander lernen, miteinander feiern.

Jesus ist gestorben, damit wir dafür den Kopf frei bekommen. Damit wir uns auf den Weg zu unseren Mitmenschen machen können, um mit ihnen die Gemeinschaft zu haben, die der dreieinige Gott seit jeher in sich selbst hat, der Vater, der Sohn und der Heiligen Geist.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 25. März 2010 um 10:59 Uhr
 

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