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Da schmieren Unbekannte Hakenkreuze an ein Gotteshaus - und niemanden scheint es zu stören...
Am 8. Februar 2010 haben unbekannte Täter Hakenkreuze, antisemitische und polizeifeindliche Parolen auf ein Gotteshaus gesprüht, und es geht kein Aufschrei durch die Republik. Niemand ruft nach neuen Anstrengungen im "Kampf gegen Rechts". Die Kirchen schweigen, die Politik schweigt, die Gewerkschaften schweigen, der Zentralrat der Juden schweigt (trotz antisemitischer Parolen), der Zentralrat der Muslime ebenfalls.
Rechtsextremistische Parolen an einem Gotteshaus - und niemand regt sich auf?
Weil es keine Synagoge getroffen hat?
Weil es keine Moschee getroffen hat?
Weil es nur eine Kirche getroffen hat, genauer gesagt das Gemeindehaus einer evangelischen Freikirche?
Es handelt sich um das Gameindehaus der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde im mittelsächsischen Wittweida (bei Chemnitz), die sowohl zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden als auch zum Bund Freier Evangelischer Gemeinden gehört und in ihren Räumen eine offene Jugendarbeit des CVJM anbietet, die auch Jugendliche aus der rechts- und linksextremistischen Szene erreicht.
Berichtet haben nach meiner Kenntnis darüber BILD.de, der Newsletter der baptistischen Zeitschrift "Die Gemeinde" und idea.de.
Weitere Berichte habe ich über die News-Suche von Google nicht gefunden - und selbst die bringt nur den Bild-Artikel.
Laut meinen Recherchen gab es im Übrigen bereits im März 2007 Schmierereien mit rechtsextremistischem Hintergrund an dem freikirchlichen Gemeindehaus.
Wie kann es sein, daß dieser Vorfall keine Empörung auslöst?
Muß ich annehmen, daß Rechtsextremisten nichts zu befürchten haben, wenn sie evangelikale und/oder freikirchliche Christen angreifen, selbst wenn sie Hakenkreuze an die Wand schmieren oder später vielleicht sogar in die Haut ritzen, wenn sie Kreuze in Brand setzen und eines Tages vielleicht sogar Gotteshäuser?
Das Schlimme ist halt: Hätte es eine Synagoge oder eine Moschee getroffen, wären dort Hakenkreuze an die Wand geschmiert worden, sähe die Sache jetzt wohl anders aus.
Nicht daß ich der Überzeugung bin, daß man nichts darüber berichten sollte, wenn es eine Synagoge trifft. Aber das Schweigen, nachdem es ein freikirchliches Gemeindehaus getroffen hat, bestürzt mich, weil es ein beredtes Schweigen ist, bezeichnend für die Situation in diesem unseren Land.
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