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76 Journalisten im Jahr 2009 getötet PDF Drucken E-Mail
Blog - Christentum
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Donnerstag, den 31. Dezember 2009 um 18:17 Uhr

Wenn uns die Medien eines über evangelikale Missionare und die islamische Welt haben beibringen wollen, dann doch wohl, daß es unverantwortlich sei, wenn evangelikale Missionsgesellschaften Missionare dorthin senden, wo für sie Lebensgefahr besteht, etwa in islamische Ländern.

Da mutet es merkwürdig an, daß nicht die Spur einer Selbstkritik zu hören ist, wenn eben diese Medien nun bekannt geben müssen, daß allein im Jahr 2009 76 Journalisten ermordet worden sind - mindestens.

Wenigstens 1.456 Journalisten wurden darüber hinaus bedroht oder körperlich angegriffen.

Bei Missionaren wird gefragt, wie es zugelassen werden kann, daß sie in gefährlichen Regionen arbeiten. Warum wird diese Frage nicht auch in Bezug auf Journalisten gestellt?

Offensichtlich sind diese Journalisten doch dort, wo man sie bedroht, angreift oder gar tötet, nicht willkommen - also eben das, was zur angeblichen "Mitschuld" evangelikaler Missionare angeführt wird, die bedroht, angegriffen oder ermordet werden. 

Wenn man sich die Berufe der Journalisten und der Missionare genau anschaut, kann man ohnehin erstaunliche Parallelen feststellen (man sollte sich nur nicht mit Klischees und Vorurteilen aufhalten, die man möglicherweise über die eine oder andere Berufsgruppe hat). Man könnte auch sagen: Journalisten, Reporter sind die Missionare unserer Mediengesellschaft.

Jedenfalls bleibt am Ende die Tatsache, daß jeder Journalist, der dem Einsatz von Missionaren in gefährlichen Gebieten oder auch nur dort, wo sie angeblich nicht willkommen sind (das geht meistens nicht von der Bevölkerung aus, sondern von bestimmten Kreisen, die dann auch andere Menschen verfolgen, oft genug auch Journalisten), kritisch gegenüber steht, zur Selbstkritik aufgerufen ist. Es ist nun einmal so: Wer mit dem Finger auf andere zeigt, der zeigt meist mit drei Fingern auf sich selbst. 

Wer evangelikalen Kirchen und Missionsgesellschaften eine Mitschuld am Tod von zwei deutschen Bibelschülerinnen im Jemen gibt oder ihnen auch nur Verantwortungslosigkeit vorwirft, sollte den Medien eine Mitschuld am Tod der 76 Journalisten geben.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 18. März 2010 um 10:35 Uhr
 

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