Startseite Blog Christentum Das Schweigen des KriFoNie

Ähnliche Inhalte

Social Bookmarks

Add to: Mr. Wong Add to: Webnews Add to: Icio Add to: Oneview Add to:  FAV!T Social Bookmarking Add to: Favoriten.de Add to: Seekxl Add to: Social Bookmark Portal Add to: BoniTrust Add to: Power-Oldie Add to: Bookmarks.cc Add to: Newskick Add to: Newsider Add to: Linksilo Add to: Readster Add to: Yigg Add to: Linkarena Add to: Simpy Add to: Netvouz Add to: Folkd Add to: Spurl Add to: Google Add to: Blinklist Information
Social Bookmarking
711918
Das Schweigen des KriFoNie PDF Drucken E-Mail
Blog - Christentum
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Donnerstag, den 15. Dezember 2011 um 11:23 Uhr

Mehr als ein jahr ist es mittlerweile her, daß das  Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) in der Person von Professor Christian Pfeiffer mit der erschreckenden Meldung an die Öffentlichkeit getreten ist, evangelikal-freikirchlche Eltern würde ihre Kinder besonders häufig schlagen, häufiger als jede andere Bevölkerungsgruppe einschließlich der Muslime. Zuerst wurde darüber breit berichtet, etwa von "Mission Gottesreich", der "Süddeutschen Zeitung", dem "Spiegel".

Doch mittlerweile herrscht Schweigen - auf der Home Page des KFN findet man keine Zahlen keine weiteren Äußerungen hierzu (sie müßten wohl  an dieser Stelle zu finden sein), und auch sonst herrscht Schweigen.

Und dieses Schweigen des KriFoNie ist ganz klar mehr als verdächtig.

Halten wir fest: Es geht um Gewalt gegen Kinder, darum, daß Kinder geschlagen werden. Das ist nun wirklich keine Nebensächlichkeit, dazu darf man nicht schweigen, das muß an die Öffentlichkeit gebracht werden.

Und das KFN hat herausgefunden, welche Bevölkerungsgruppe sich hier am stärksten hervortut: Evangelikal-freikirchliche Eltern. Und das sind ja nun nicht wenige. Schätzungsweise 3-5 Millionen Deutsche gehören einer evangelikalen und/oder freikirchlichen Gemeinschaft an bzw. weisen einen entsprechenden Fömmigkeitsstil auf. Die Kinder dieser 3-5 Millionen Gewalttäter sind extrem gefährdet.

Nehmen wir einmal an, jeder dieser evangelikalen Freikirchler hat 1,2 Kinder. Das wären immerhin 3,6 - 6 Millionen Kinder, von denen laut Professor Pfeiffer gerade einmal jedes vierte Kind behauptet, gewaltfrei erzogen zu werden. Nicht gewaltfrei erzogen werden also möglicherweise bis zu 4,5 Millionen Kinder evangelikal-freikirchlicher Eltern. Davon sind bis zu 1,3 Millionen Kinder sogar massiven Schlägen ausgesetzt.

Und nun: Schweigen. Das KriFoNie sagt dazu nichts. Auf der Home Page herrscht völlige Funkstille. Doch das ist kein normales Schweigen, das ist ein beredtes Schweigen, ein Schweigen, daß Bände spricht.

Was ist also geschehen?

Man kann sich nur zwei Gründe vorstellen, warum dieses Thema unter den Teppich gekehrt worden ist; denn niemand wird schließlich annehmen können, daß Professor Pfeiffer nur viel Lärm um nichts gemacht hat :

Entweder wurde Professor Pfeiffers Schweigen also von evangelikalen Freikirchlern erkauft - oder er wird von diesen Leuten unter Druck gesetzt, sollte er nicht schweigen, werde man Gewalt gegen ihn anwenden.

Niemand wird annehmen können, daß Professor Pfeiffer bestechlich ist, sich von evangelikalen Freikirchlern kaufen läßt. Also muß zweifelsfrei feststehen: Evangelkale Freikirchler wie die Baptisten bedrohen Professor Pfeiffer, drohen ihm, seiner Familie und dem KriFoNie Gewalt an, Bombendrohungen vielleicht, Entführungen oder Schlimmeres.

Mission Gottesreich - ermitteln Sie! Süddeutsche Zeitung - berichten Sie! Es darf nicht sein, daß die evangelikalen Freikirchler damit durchkommen!


Anmerkung: Wenn Sie diesen Artikel zutreffend als Satire erkannt haben, dann möchte ich noch hinzufügen, daß Gewalt gegen Kinder in "frommen" Kreisen ein echtes Problem ist, das man keinesfalls unter den Teppich kehren sollte. Leider erfahren Kinder in "frommen" Kreisen Gewalt - nicht nur in Forem von Schlägen, sondern auch als sexuellen Mißbrauch (sexuelle Übergriffe wie auch sexuelle Verwahrlosung). Und diese "frommen" Kreise sind da gewiß nicht besser als andere Bevölkerungsgruppen, da sollte sich kein frommer Christ irgend welchen Illusionen hingeben.

Diese Gewalt darf aber auch nicht instrumentalsiert werden, sei es, um evangelikale bzw. freikirchliche Christen möglichst schlecht dastehen zu lassen oder eine andere Bevölkerungsgruppe besser dastehen zu lassen oder zu welchem Zweck auch sonst. Wer Gewalt gegen Kinder instrumentalisiert, der macht sich zumindest in moralischer Hinsicht des Kindesmißbrauchs schuldig und relativiert die Gewalt gegen Kinder, verharmlost sie.

Die Satire oben hat natürlich einen ernsten Hintergrund: Warum erfahren wir vom KFN und seinem Direktor nichts mehr zu diesem Thema, das er vor mehr als einem Jahr an die Öffentlichkeit gebracht hat? Warum wissen wir bis heute nicht, wer die "evangelikal-freikirchlichen" Eltern denn nun eigentlich sind, wie sie sich zusammensetzen?

Natürlich wurde Professor Pfeiffer mit Sicherheit weder bestochen noch wird er wohl von den betreffenden Eltern oder einer wie auch immer gearteten Lobby bedroht. Dennoch hört man zu diesem Thema, das ja so unwichtig kaum sein kann (und nicht unwichtig sein darf - es geht hier um Kinder, denen zum Teil massive Gewalt angetan wird), nichts mehr. Und das läßt Fragen offen. Zu welchem Zweck ging Pfeiffer seinerzeit an die Öffentlichkeit, warum der Hinweis, diese Kreise seien sogar schlimmer als die Muslime? Wenn muslimische Kinder Opfer von Gewalt werden, hilft es ihnen (und ihren Eltern) wohl kaum, wenn man auf die "evangelikal-freikirchlichen" Kreise zeigt, bei denen es noch schlimmer zugehe. Es ist eher ein gefundenes Fressen für die Islamophobie.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 15. Dezember 2011 um 17:59 Uhr
 

Kommentar schreiben

Bitte beachten Sie die Verhaltensregeln und die allgemeinen Nutzungsbedingungen, die im Impressum niedergelegt sind.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß Ihr Kommentar erst vom Webmaster freigeschaltet werden muß, um unerwünschte Werbung zu verhindern. Die Freischaltung erfolgt so schnell wie möglich.


Sicherheitscode
Aktualisieren

InfoAdministrationXML Sitemap