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Gemeinschaft, die gelingt PDF Drucken E-Mail
Blog - Christentum
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Montag, den 11. April 2011 um 11:35 Uhr
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Gemeinschaft, die gelingt
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Niederschrift eines Gottesdienstes zum Thema Gemeinschaft, die gelingt - Predigt zu 2. Korinther 13,11-13, gehalten am 10. April 2011 in der Martin-Luther-King-Kirche (Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde - Baptisten - Stuttgart-Zuffenhausen)

Eingangslied

„Herz und Herz vereint zusammen“ (F&L 135,1-3.6-7)

Votum und Begrüßung

Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat, kommt unsere Hilfe, vom Herrn allein!

Laßt uns deshalb zuversichtlich vor den Thron unseres gnädigen Gottes treten, damit wir bei ihm Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden, die uns helfen wird, wenn wir sie brauchen.

Die freundliche Zuwendung Jesu Christi, die wohlwollende Liebe Gottes des Vaters und die Kraft des Heiligen Geistes, der euch Gemeinschaft untereinander schenkt, sei mit euch allen!

Amen.

Liebe Gemeinde,

das Thema des heutigen Gottesdienstes ist „Gemeinschaft“. Gemeinschaft, die gelingt und den Alltag besteht.

Wenn wir in die Bibel schauen, finden wir dort schon sehr früh den ersten Hinweis auf Gemeinschaft – noch vor der Erschaffung des Menschen.

Die ersten Verse der Schöpfungsgeschichte sprechen von Gott immer im Singular: Ob Gott nun Himmel und Erde schafft, Licht werden läßt, Pflanzen erschafft oder die ganze Tierwelt. Doch dann plötzlich wechselt die Bibel vom Singular zum Plural: „Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei“.

Das ist nicht Pluralis majestatis, wie man annehmen könnten, wie also Könige und Kaiser von sich sprechen, um ihre Macht zum Ausdruck zu bringen.

Das ist der erste Hinweis darauf, daß Gott der dreieinige Gott ist, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Und diese drei leben seit jeher in Gemeinschaft miteinander, in der innigsten Gemeinschaft, die man sich nur vorstellen kann. Und aus dieser Gemeinschaft heraus erschafft Gott den Menschen, erschafft sie als Mann und als Frau, erschafft er sie als ein Lebewesen, das ohne Gemeinschaft nicht sein kann.

Wo Menschen Gemeinschaft untereinander haben, da hat das also weniger mit biologischen Entwicklungen zu tun, sondern mit unserer Herkunft als Geschöpfe des dreieinigen Gottes, der seit jeher in sich selbst Gemeinschaft hat.

Wären wir und unsere Veranlagung nur Produkte unserer biologischen Entwicklung oder der Evolution, dann würden wir uns in Sachen Gemeinschaft nicht so sehr von allen Tieren unterscheiden. Selbst wenn man auf die Menschenaffen schaut, mit denen wir den allergrößten Teil unserer Gene, unseres Erbguts teilen, so sehen wir, daß sie uns in Sachen Gemeinschaft bei weitem nicht ebenbürtig sind.

Die kleinen Menschenaffen, Gibbons oder Siamangs, leben in kleinen Familien: Mann und Frau, die lebenslang beieinander bleiben, dazu zwei, höchstens drei Kinder. Die Orang-Utans dagegen leben eher einzelgängerisch und kommen nur zur Paarung zusammen. Gorillas wiederum bilden einen Harem mit einem erwachsenem Mann, dem mächtigen Silberrücken, mehreren Frauen und deren Kindern. Schimpansen allerdings leben in mehr oder weniger großen Gruppen zusammen, bei den Gewöhnlichen Schimpansen sind dabei die Männer dominierend, bei den Zwergschimpansen oder Bonobos aber die Frauen.

Der Mensch aber lebt nicht nur je nach Kultur, Gesellschaft, Religion, Philosophie oder auch Zeitgeist in sehr verschieden verfaßten Familienverbänden zusammen, sondern kennt daneben noch andere Verbände, in denen er etwa zum Lernen zusammenkommt, zum Arbeiten, zum Zwecke der Religionsausübung usw.

Im Hinblick auf Gemeinschaft sind wir höchst flexibel – nur eines haben alle Menschen gemeinsam: Wir brauchen Gemeinschaft. Schon kleine Babies haben selbst bei bester Versorgung keine Überlebenschance, wenn sie ohne Gemeinschaft sind. Isoliert man einen Menschen, so wird er sehr bald verhaltensauffällig, erkrankt dann ernsthaft und wird schließlich an Einsamkeit sterben. Isolation ist die schlimmste Folter, Isolation ist die Hölle auf Erden.

Unsere Fähigkeit, in Sachen Gemeinschaft äußerst flexibel zu sein, ist wohl nur vor dem Hintergrund der Tatsache richtig zu verstehen, daß wir nach dem Bilde des dreieinigen, in sich selbst Gemeinschaft habenden Gottes geschaffen sind. Darum gönnt Gott uns den Luxus, in ganz verschiedenen Formen von Gemeinschaft leben zu können – und sogar, daß sich hier nicht nur Gleiches mit Gleichem ergänzt, sondern ebenso Verschiedenheiten einander ergänzen.

Doch weil die Fähigkeit zur Gemeinschaft Gabe Gottes ist, wird hier auch die Sünde des Menschen eher sichtbar als in allen anderen Bereichen: Wo die Sünde regiert, da leidet zuerst die Gemeinschaft, da leiden zuerst unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Da mißtraut man einander, da wird eine sinnvolle Unterordnung untereinander zu Tyrannei und manipulativem Gehabe. Liebe und Barmherzigkeit werden pervertiert.

Und was die Bibel mit dem Bild der Hölle als Schicksal der Sünder beschreibt, ist vielleicht nichts anderes als die ewige Trennung nicht nur von Gott, sondern auch von allen Menschen, das nur noch auf sich selbst geworfen sein.

Liebe Gemeinde,

ein Gorilla oder ein Schimpanse wird wohl eher nicht sagen: „Heute habe ich keine Lust auf Gemeinschaft mit all den Frauen, und warum sollte ich nicht eigentlich monogam leben?“

Natürlich gibt es auch bei den Menschenaffen Unterschiede zwischen den Individuen, sind manche etwa eher introvertiert und andere eher extrovertiert. Aber sie sind von Natur aus nicht fähig, aus ihrem arttypischen Gemeinschaftsmodell auszubrechen. Entnimmt der Mensch sie aus der Natur, dann können sie sich nicht einfach anpassen. Manche Schimps, die von Menschen aufgezogen werden, glauben zwar, sie seien Menschen – aber sie werden im Hinblick auf ihre Fähigkeit zur Gemeinschaft doch immer gewisse angeborene Verhaltensweisen ihrer Art beibehalten.

Bei uns Menschen ist das anders. Im Hinblick auf Gemeinschaft gibt es bei uns eine sehr große Bandbreite von individuellen Vorlieben. Manch einer braucht, um sich wohl zu fühlen, immer eine möglichst große Gruppe von Menschen um sich herum. Andere fühlen sich in ungestörter Zweisamkeit am wohlsten. Die einen haben ein großes Bedürfnis nach Nähe, die anderen nach Distanz. Manche wollen laufend andere berühren oder umarmen, andere reagieren ängstlich, wenn jemand in ihren persönlichen Schutzbereich eindringt. Einige wollen, daß in ihrem Umfeld immer etwas los ist und sich alles laufend ändert, andere wollen, daß ja immer alles gleich bleibt. Die einen, meistens Männer, wollen in Gemeinschaft eher aktiv sein, etwas tun, die anderen, meistens Frauen, wollen dagegen eher reden, am liebsten über Gefühle.

Bei so vielen Unterschieden, bei einer solchen Vielfalt ist es kein Wunder, daß gelingende Gemeinschaft nicht einfach vom Himmel fällt.

Das gilt natürlich gerade im Hinblick auf die Gemeinde, auf die Gemeinschaft in der Kirche. Daß Gemeinschaft am Sonntag zwischen Orgelvorspiel und Segenslied gelingt und dann auch noch im Alltag Bestand hat, ist so selbstverständlich nicht.

Darum ist das Thema „Gemeinschaft“ nicht nur ein Thema unter vielen in der Bibel, sondern ein ganz großes Thema. Der Mensch ist aus der Gemeinschaft heraus und zur Gemeinschaft hin geschaffen.

Eingangs- und stilles Gebet

Unser Vater im Himmel,

wir danken dir, daß du uns freundlich zugewandt bist. Wir danken dir für deine Liebe, die nur das Beste für uns will. Wir danken dir, daß dein Geist uns die Kraft schenkt, die Gemeinschaft möglich macht, möglich macht auch dort, wo wir so ganz und gar verschieden sind.

Wir treten vor dich, weil es uns wichtig ist, mit dir Gemeinschaft zu haben. Wir wollen dich loben und preisen, wir wollen dir Dank sagen, weil Du uns trägst. Wir wollen dir sagen, was uns bewegt, was uns freut und was uns ängstigt. Wir wollen dich besser kennenlernen, wir wollen lernen, dich zu lieben.

Wir kommen zusammen, weil es uns wichtig ist, miteinander Gemeinschaft zu haben. Wir nehmen unsere Unterschiedlichkeit als ein Geschenk wahr, als eine Bereicherung. Wir danken dir, daß wir einander haben, wir danken dir, daß wir einander ergänzen, sei es durch ein harmonisches Miteinander, sei es durch konstruktive Auseinandersetzungen.

Wir kommen zusammen, um von dir Hilfe zu erbitten, um auch mit denen Gemeinschaft zu haben, mit denen wir zusammenleben, zusammen arbeiten, zusammen lernen, zusammen feiern. Besonders erbitten wir deine Hilfe, wenn es um Situationen geht, in denen es Konflikte gibt.

Wir bitten dich, daß du uns niemals in Einsamkeit stürzt. Halte uns immer in deiner Nähe und gib uns immer Menschen, die mit uns Gemeinschaft haben – gerade auch dann, wenn wir krank sind oder alt werden.

Wir erbitten von dir die Kraft, zu denen zu gehen, die krank sind oder alt, die im Gefängnis sind oder kein Obdach haben. Laß sie uns nicht nur als Missionsobjekte sehen, sondern als von dir geliebte Menschen, denen du dich durch uns freundlich zuwenden willst.

Herr, höre auch unser stilles Gebet...

Amen.

Gemeindelied (gesungener Psalm)

„Halleluja! Lobet Gott in seinem Heiligtum“ (F&L 68)

Schriftlesung

Philipper 2,5-11

Gemeinschaftsteil

  • (...)
  • Zeugnisse und Berichte aus der Gemeinde
  • Fürbitte – Gebetsgemeinschaft

Gemeindelied (Lied vor der Predigt)

„Wir kommen zu dir“ (F&L 97,1-3)



Zuletzt aktualisiert am Montag, den 11. April 2011 um 11:40 Uhr
 

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