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Wie die Hamburger Morgenpost gestern berichtete, wurde in der Hansestadt eine junge komplett verschleierte Frau von einer Schalterangestellten der Deutschen Post im Hauptbahnhof nicht bedient: "'Ich bediene Sie nicht', sagte die Frau am Schalter der verschleierten Frau. 'Ich trete Ihnen offen gegenüber, also erwarte ich, dass Sie das auch tun.'"
Der Satz klingt auf jeden Fall so, als habe die Postangestellte ihn bei "Politically Incorrect" oder einem anderen Organ der Islamophobie-Szene auswendig gelernt.
Erfreulicherweise hat der Filialleiter das empörende Verhalten seiner Angestellten entschieden kritisiert und angekündigt, sie vom Schalterdienst wegzuversetzen, sollte sie ein Problem damit haben, verschleierte Personen zu bedienen.
Laut Morgenpost verteidigt sich die Angestellte mit dem Hinweis, sie habe "Angstzustände", wenn sie "vermummte Menschen" sieht - und könne auch für die Zukunft nicht "garantieren", verschleierte Frauen zu bedienen. Der oben von der Frau zitierte Satz klingt freilich gar nicht nach einem "Angstzustand".
Was nun das "offen gegenüber treten" betrifft - wer dies an der Frage mißt, ob das Gesicht einer Frau verschleiert ist, hat ein merkwürdiges Verständnis von Offenheit. Ob Menschen einander in Offenheit begegnen, hat am Allerwenigsten mit einem Gesichtsschleier zu tun, sondern vor allem mit Höflichkeit und Respekt und eben einem offenen Verständsnis für andere Überzeugungen. Wer aber in einer Begegnung so "dicht" macht wie diese Postangestellte, der tritt anderen gerade nicht offen gegenüber.
Persönlich erinnert mich dieser Bericht übrigens an unseren letzten Kurzurlaub in Hamburg im letzten Jahr - die Atmosphäre in der "Freien" und Hansestadt war erheblich mehr mit Burkophobie geladen als bei uns im wilden Süden. Gehe ich recht in der Annahme, daß die Menschen im "frommen" Ländle offener und toleranter sind als die im Norden? Ich denke das nicht zum ersten Mal.
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